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A

Ad-Hoc-Vorstellung

Spontane Sinn-Konstruktionen, die z.B. in einer Unterrichtsituation spontan geäußert werden und nicht dauerhaft oder stabil sind.


Advance Organizer

Eine strukturierende Vorlage (z. B. in Textform, grafisch) oder eine Einführung, die vor der eigentlichen Erarbeitung neuer, komplexer Inhalte angeboten wird. Er aktiviert das Vorwissen und bietet einen kognitiven Rahmen/Orientierung (das "große Ganze"), in den die neuen Informationen eingeordnet werden können.

Abgrenzung: Er wird vorweggenommen (Advance) und dient der Orientierung und der Schaffung eines Gesamtzusammenhangs für das Lernen. Im Gegensatz zu den anderen (Concept Map, MindMap) ist er primär eine Einstiegs- und Strukturierungshilfe.


Alltagssprache

Die spontane, mündliche, oft informelle und umgangssprachliche Sprache des sozialen Umfelds (BICS - Basic Interpersonal Communicative Skills). Sie ist kontextgebunden, verwendet einfache Sätze, Wiederholungen, Füllwörter und muss nicht zwingend präzise sein (Zeigen auf Dinge). Sie wird ohne spezifischen Unterricht erworben.


B

Bildungssprache

Ein sprachliches Register, das schriftlicher Sprache näher ist (CALP - Cognitive Academic Language Proficiency). Sie ist abstrakter, distanzierter, verwendet präzisen Wortschatz, komplexere Satzstrukturen (Präpositionalphrasen, Passiv) und dient der objektiven Darstellung von Sachverhalten. Sie ist die Voraussetzung für den Schulerfolg und muss systematisch in allen Fächern, auch im Sachunterricht, gefördert werden.


C

Concept Map

Ein grafisches Netzwerk zur Darstellung von Konzepten (Knoten) und den Beziehungen (Beschriftete Pfeile) zwischen diesen Konzepten. Sie visualisiert die Hierarchie und die sachlogischen Zusammenhänge von Begriffen in einem Fachgebiet.

Abgrenzung: Im Gegensatz zur Mindmap ist sie hierarchisch und die Verbindungen sind beschriftet und gerichtet, um die logischen Beziehungen (z. B. "ist ein Teil von", "führt zu") explizit zu zeigen.


Conceptual Change

Conceptual Change (Konzeptwechsel) bezeichnet das Lernen als Umstrukturierung von bereits vorhandenen Vorstellungen (Präkonzepten) hin zu wissenschaftlich fundierten Konzepten. Es ist kein bloßes Hinzufügen von Wissen, sondern ein tiefgreifender Umwandlungsprozess.

Voraussetzungen für den Wechsel: Damit ein Kind sein altes Modell aufgibt, muss das neue Konzept:

  • Unzufriedenheit auslösen: Das Kind merkt, dass sein altes Modell ein Problem nicht lösen kann.

  • Verständlich sein: Das neue Wissen muss logisch nachvollziehbar sein.

  • Plausibel erscheinen: Es muss zur restlichen Erfahrungswelt passen.

  • Fruchtbar sein: Es muss dem Kind helfen, neue, spannende Entdeckungen zu machen.

Bezug zu deinen Förderzielen:

  • Widerstände abbauen: Da der Abschied von alten Überzeugungen mühsam sein kann, ist es wichtig zu vermitteln, dass diese Anstrengung keine Energieverschwendung ist, sondern zu echtem Verstehen führt.

  • Zielverfolgung: Das Erreichen eines stabilen "Conceptual Change" zeigt dem Kind, dass es sich lohnt, länger ein Ziel zu verfolgen, um komplexe Sachverhalte wirklich zu beherrschen.


D

DAH: Denk-, Arbeits- und Handlungsweisen

Die DAH bilden das methodische Rückgrat des Sachunterrichts. Sie befähigen Schüler dazu, Phänomene aus Natur, Gesellschaft und Technik systematisch zu untersuchen und zu verstehen. Man unterteilt sie meist in folgende Kategorien:

1. Denkweisen (Kognitive Prozesse)

Diese beschreiben die inneren Vorgänge bei der Auseinandersetzung mit einem Thema:

  • Wahrnehmen und Beobachten: Gezielte Aufmerksamkeit auf Details richten.

  • Vermuten und Hypothesen bilden: Erklärungsansätze für Phänomene entwickeln („Ich glaube, das passiert, weil...“).

  • Schlussfolgern: Ergebnisse auswerten und verallgemeinern.

  • Perspektiven wechseln: Ein Thema aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten (Perspektivrahmen SU z. B. historisch, technisch oder geografisch).

2. Arbeitsweisen (Methodische Werkzeuge)

Hierbei handelt es sich um die konkreten Techniken der Informationsgewinnung:

  • Experimentieren und Erkunden: Versuche planen, durchführen und protokollieren.

  • Recherchieren: Informationen aus Büchern, dem Internet oder durch Expertenbefragungen einholen.

  • Dokumentieren: Ergebnisse in Tabellen, Zeichnungen oder Texten festhalten.

  • Modellieren: Komplexe Sachverhalte vereinfacht darstellen (z. B. ein Modell des Sonnensystems bauen).

3. Handlungsweisen (Praktische Umsetzung)

Dies umfasst die aktive Teilhabe und das praktische Tun:

  • Konstruieren und Bauen: Technische Lösungen entwerfen und umsetzen.

  • Kommunizieren und Diskutieren: Eigene Erkenntnisse präsentieren und sich mit anderen darüber austauschen.

  • Handeln und Mitgestalten: Verantwortung für die Umwelt oder das soziale Miteinander übernehmen (z. B. ein Insektenhotel bauen oder einen Klassenrat führen).


Darstellungsformen

Darstellungsformen (Sachunterricht): Die unterschiedlichen Möglichkeiten, Sachverhalte und Erkenntnisse zu repräsentieren und zu kommunizieren. Im Sachunterricht sind dies nicht nur sprachliche Formen (Alltags-, Bildungs-, Fachsprache), sondern auch nicht-sprachliche Formen wie Bilder, Grafiken, Modelle, Diagramme, Tabellen, Karten, Skizzen, Schemata oder handelnde/szenische Darstellungen (z. B. Experimente, Rollenspiele). Sie dienen der Mehrperspektivität und dem Ausgleich sprachlicher Defizite.


Deep Structures

Stabile, tief in den Strukturen verankerte Vorstellungen, an denen SuS festhalten und von denen sie überzeugt sind.


F

Fachsprache

Die spezifische und normierte Sprache einer wissenschaftlichen oder technischen Disziplin (z. B. "Fotosynthese", "Aggregatzustand"). Sie ist die präziseste Form der Bildungssprache, dient dem fachlich korrekten Austausch und muss im Sachunterricht bewusst und schrittweise eingeführt werden, um Fachwissen aufzubauen.



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